Ungewisse Zukunft
Eine bemerkenswerte Kritik hat die FAZ in Ihrer Ausgabe vom 27.2.10 über den Auftritt des Bundesgesundheitsministers auf dem Kongreß der deutschen Krebsmediziner geschrieben:
Vor dem Problem der immer teurer und bald nicht mehr bezahlbaren Krebsmedizin droht unserem Gesundheitssystem eine neue Krise:
Bei Maschinen gebe es den Begriff des technischen Totalschadens, da lohne sich keine Reparatur mehr, so der Bundesgesundheitsminister. Er aber weigere sich aus ethischen Gründen eine solche Diskussion für den Menschen. Eine Diskussion über Rationierung und Priorisierung werde er niemals führen. Die Krebsmediziner hatten hier vom neuen Bundesgesundheitsminister und Arztkollege mehr erwartet.
Dabei gibt es nicht nur das Finanzierungsproblem Krebsmedizin, auch die Lawine an Demenzpatienten und an Diabetikern ist nicht mehr aufzuhalten.
Fakt ist, dass eine Maximalversorgung mit dem heutigen Gesundheitssystem nicht mehr zu finanzieren ist.
Fakt ist auch, daß deutsche Ärzte bereits heute oft täglich Entscheidungen unter Kostendruck treffen müssen und sich nicht wie der Gesundheitsminister einfach weigern können, aus ethischen Gründen derartige Überlegungen abzulehnen. Sollen zukünftig noch höhere Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden? Soll künftig doch zwischen lohnender und nicht mehr sinnvoller Behandlung (Priorisierungslisten) unterschieden werden?
Mehr Offenheit, Realitätssinn und Ehrlichkeit in der Diskussison um Behandlungsgrundsätze wäre vom Bundesgesundheitsminister wünschenswert. Ärzte und Patienten hätten es ihm gedankt.



